Schuld als Gefühl und nicht als richterlicher Beschluss ist der Beginn der Reise
unserer Protagonistin, die ihr Leben scheinbar sicher geordnet hatte.
Doch diesmal scheint eine Gleichung nicht aufzugehen. Karen findet in der Welt der Mathematik ihren Halt und Sinn nicht mehr - ebenso ergeht es Lukas schon länger mit dem Glauben der Eltern. Es herrscht die Angst und damit die Unfähigkeit, über die eigenen Gefühle und Sehnsüchte zu reden.

Instinktiv beginnt Karen ein Verhältnis mit ihrem 18 jährigen Schüler, der sie für schuldig hält und es wird schonungslos dargestellt, wie beide mit ihren Ängsten, ihrer Trauer und ihrer Wut umzugehen lernen. Zum Schluss der Geschichte begegnen sich zwei Menschen völlig neu und erfahren nach langer Zeit wieder intensive Nähe und Wärme. Etwas Einmaliges ist zwischen ihnen entstanden, das für immer bestehen bleiben wird, auch wenn sich ihre Wege wieder trennen müssen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die alles kontrollieren will, so dass Trauer selten den wohl verdienten Platz zur Entfaltung bekommt. Dieses raue Charakterdrama stellt uns Fragen über den Umgang mit dem Tod. Es zeigt, dass Vergebung oftmals einen schweren Weg gehen muss und die Sehnsucht danach gerade in den Abgründen der Menschen sichtbar wird.